Interview mit Geschäftsführer Patrick Mohaupt

„Ich möchte mit Rigging Service Maßstäbe setzen!“

Visionär, Spezialist, kreativer Kopf – als Geschäftsführer von Rigging Service muss Patrick Mohaupt täglich seine Flexibilität unter Beweis stellen. Ein Gespräch über seine firmeninternen Umstrukturierungen in der Vergangenheit, das daily business und welche großen, nationalen und internationalen Pläne er für die Zukunft hat.

Interview mit Geschäftsführer Patrick Mohaupt

Starten wir mit Ihrem Alltag – wie kann man sich einen Tag in Ihrem Leben vorstellen, Herr Mohaupt?

Vor der Arbeit checke ich meine Mails und schaue, ob etwas Akutes ansteht. Normalerweise bin ich dann zwischen 9:00 und 10:00 Uhr im Büro. Vor Ort mache ich einen Rundgang und verschaffe mir einen Überblick. Im Anschluss spreche ich mit den Abteilungsleitern in der Verwaltung – Kommunikation steht bei mir immer an erster Stelle. Ob persönlich oder am Telefon. Oft fahre ich auch selber auf die Messe und verbringe Zeit in unserem Büro oder in den Hallen. Nachmittags sitze ich meistens mit unserem Inhaber zusammen. Wir sprechen über die Ausrichtung der Firma, über die Projekte, die wir planen. Ich mache mir natürlich ununterbrochen Gedanken darüber, wo wir mit der Firma stehen und stelle mir die Fragen: Woran müssen wir arbeiten? Was möchte ich umsetzen? Was können wir optimieren? Am Besten kann ich darüber abends nachdenken, wenn es ruhiger in der Firma ist und die Angestellten ihren wohlverdienten Feierabend haben. Dann gehe ich oft alleine durchs Lager.

Wie sind Sie eigentlich zur Veranstaltungstechnik gekommen?

2004 bin ich nach Kanada gegangen und habe mein Studium in Bauingenieurwesen begonnen. Nach meinem Abschluss bin ich im Sommer 2010 wieder zurück nach Deutschland gekommen und habe mir verschiedene Stellenausschreibungen angeschaut. Bei Rigging Service ist mir ein Job positiv aufgefallen, weil die Firma mit Konzertveranstaltungen geworben hat. Da ich selber Musiker bin, dachte ich sofort: „Da möchte ich arbeiten“. Im Januar 2011 habe ich bei Rigging Service als technischer Zeichner im Messebüro angefangen und nach einiger Zeit den Messebüroleiter immer mehr unterstützen oder vertreten dürfen. Nach knapp zwei Jahren wurde ich Leiter der Planungsabteilung, bis ich 2015 schließlich die Leitung des Messebüros übernommen habe. Anfang 2016 bot mir der Inhaber an, ob ich Geschäftsführer werden möchte, was ich im Oktober des gleichen Jahres auch wurde. Mein erstes Erfolgserlebnis ließ nicht lange auf sich warten. Mit meinem Start vor drei Jahren wurde der Vertrag mit der Messe Frankfurt verlängert.

„Wir haben ein super Arbeitsklima.“

Auf welche weiteren Entwicklungen sind Sie besonders stolz, seitdem Sie die Geschäftsführung übernommen haben?

Ich persönlich setze lieber auf Festangestellte als auf Freiberufler. Mir ist es wichtig, ein eingespieltes, kompetentes Team zu haben, das nicht nur effektiv arbeitet, sondern auch hinter dem Unternehmen steht und sich damit identifizieren kann. Das ist mir gelungen! Vom Meister über Level 1-3 Rigger, Licht- und Tontechniker, bis zum Grounder beschäftigen wir verschiedene Ausbildungsgrade der Veranstaltungstechnik. Wir entwickeln die Marke weiter, haben das Logo vor Kurzem frischer gestaltet. Auch an der neuen CI wird gerade gearbeitet. Ich habe sehr viel in Material investiert, sodass wir nicht so viel extern mieten müssen. Mir ist es wichtig, spontan agieren zu können. Wir haben unseren Fuhrpark erweitert, beispielweise mit einem 40-Tonner-LKW, was ich ganz toll finde. Mein Plan ist es, unser Portfolio noch stärker auszubauen und auf Gesamt-Veranstaltungstechnik zu setzen. Aus diesem Grund haben wir viel in Licht investiert. Ich sehe uns künftig auch stark im Bereich Tontechnik. Aktuell haben wir außerdem ein spannendes Projekt im arabischen Raum, mit dem wir in den internationalen Markt eingestiegen sind. Ich bin echt stolz auf mein Team – wir haben ein super Arbeitsklima. Und, ich bin froh, einen attraktiven Arbeitsplatz geschaffen zu haben.

Sind Sie gerne Chef?

Ja, sehr! Ich nehme natürlich viel von der Arbeit mit nach Hause und denke jeden Tag und immer über die Firma nach. Sie gehört zu 100 Prozent zu meinem Leben. Mir macht die Arbeit viel Freude und ich sehe großes Potenzial in meinen Mitarbeitern und der Firma, das ich gerne noch vielfältiger fördern und herauskristallisieren möchte.

Wie würden Ihre Mitarbeiter Sie beschreiben?

Meine Mitarbeiter sagen, dass ich ein cooler Chef und sehr fair bin. Und sie wissen, dass ich große Visionen, große Vorstellungen und große Träume, aber auch hohe Ansprüche an sie habe. Für mich gehört das Mitmachen und das Mitziehen in unserer Firma einfach dazu!

„Wir haben die Arbeitszeit auf acht Stunden pro Tag reduziert.“

Womit motivieren Sie Ihr Team?

Bei Rigging Service ist alles ein Geben und ein Nehmen. Mir ist es wichtig, dass Überstunden geringgehalten werden. Wenn welche anfallen, sollen diese schnell ausgeglichen werden. Ich möchte, dass meine Mitarbeiter nicht überarbeitet sind. Im Messegeschäft ist es üblich, zehn Stunden am Tag zu arbeiten – bei Rigging Service zahlen wir überdurchschnittlich mehr als die Konkurrenz und haben trotzdem die Arbeitszeit auf acht Stunden pro Tag reduziert. Ich will, dass meine Leute 100 Prozent geben können und nicht auf dem Zahnfleisch gehen. Als es diesen Sommer so heiß war, habe ich meinen Mitarbeitern „hitzefrei“ gegeben. Das gehört für mich einfach zum Chef-Sein dazu. Neulich habe ich die ganze Firma zum Grillen eingeladen. Da habe ich mir eine Schürze und edle Filets gekauft und für alle gegrillt. Was ich auch nicht vergessen darf, sind meine Führungskräfte, die mich im täglichen Geschäft unterstützen. Das sind erfahrene und gute Abteilungsleiter, mit denen ich konkret die Ziele für die Firma definiere.

Welche weiteren Veränderungen haben Sie in die Firma gebracht?

Als ich die Geschäftsführung übernommen habe, ließ ich Klimaanlagen einbauen, alle Büros renovieren und mit hochwertiger Computertechnik ausstatten. Auch bei den Arbeitsgeräten setze ich auf Highend-Produkte. Genau so wie bei der Arbeitskleidung, die mit unserem Logo gebranded ist. Vom Oberteil bis hin zur Hose – ich habe Kleidung vom höchsten Standard anfertigen lassen. Auch die wichtigen Warnwesten und die bequemen Helme sind erstklassig. Ich will, dass sich meine Mitarbeiter gut und sicher fühlen und gerne zur Arbeit kommen.

Haben Sie im Team eigentlich viele „alt eingesessene Hasen“ an Bord oder setzen Sie auf junge, dynamische Mitarbeiter?

Ich habe eine gute Mischung. Beim Rigging-Nachwuchs arbeite ich mit sportlichen, jungen Leuten zusammen, die Lust haben, etwas zu lernen. Da ist der Schulabschluss fast nebensächlich. Ich brauche Mitarbeiter, die ins Team passen und motiviert sind. Denen lasse ich von meinen Fachleuten das Gewerk beibringen. Mir ist es wichtig, dass meine Mitarbeiter alle Zertifikate machen können, die in der Branche wichtig sind. Unsere Kunden sollen sehen, wie professionell wir arbeiten. Unsere Führungskräfte sind zum Teil auch noch jung – so Mitte, Ende 30. Die meisten haben aber zehn bis fünfzehn Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich. Und natürlich beschäftigen wir bei Rigging Service Mitarbeiter, die seit über 30 Jahren im Messegeschäft tätig sind.

„Wir haben jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft.“

Haben Sie Auszubildende und wenn ja, wie viele stellen Sie pro Jahr ein?

2020 fangen wir an, selber auszubilden. Das ist ein großer Schritt für mich, wenn wir nächstes Jahr zum Ausbildungsbetrieb werden.

Welche Qualifikationen sollte man für einen Job bei Ihnen mitbringen?

Mir ist es wichtig, dass meine Mitarbeiter kundenorientiert arbeiten und flexibel und interdisziplinär einsetzbar sind. Wer das Handwerkliche in den Messehallen lernen möchte, der sollte sportlich sein. Da steht die körperliche Arbeit an erster Stelle. Man sollte ein technisches Grundverständnis haben und sich etwas mit Mathe auskennen. Englisch-Kenntnisse sind ratsam, weil wir viel mit internationalen Kunden arbeiten. Jeder Rigger muss sich on Top mit unseren Computer-Programmen auskennen, um Pläne erstellen zu können.

Was hebt Ihr Unternehmen von Wettbewerbern ab? Sind das die Leistungen? Die Mitarbeiter? Die Auftraggeber?

Was uns von der Konkurrenz abhebt, ist, dass wir jahrzehntelange Erfahrung in diesem Gewerk haben. 2001 haben wir mit dem Messegeschäft in Frankfurt angefangen. Dadurch, dass wir schon so lange auf der Messe arbeiten, haben wir ein System entwickelt, das mit den Ansprüchen der Veranstaltungstechnik perfekt funktioniert. Unsere Rüstzeiten sind ideal getimt. Das heißt, wir arbeiten super schnell und effizient, damit andere Gewerke ihre Arbeiten ausführen können. Ein weiterer Vorteil ist, dass in der Führungsebene Mitarbeiter sitzen, die aus dem Gewerk kommen und dieses sehr gut kennen. Was uns besonders wichtig ist, sind unsere Mitarbeiter, denen wir vernünftige Arbeitszeiten und Gehälter bieten.

Wie lassen sich die Dienstleistungen, die Sie anbieten, unterscheiden?

Wir sind ein spezialisierter Messedienstleister und bieten Leistungen an, die die Messe in der Veranstaltungstechnik benötigt: Rigging, Lichttechnik, Tontechnik, Videotechnik. Eine zusätzliche Leistung, die ich gerade aufbaue – und damit geht es zu den Ursprüngen des Unternehmens – ist der Rock ‘n Roll. Unser Inhaber kommt aus dem Tourgeschäft und war mit unterschiedlichen Bands unterwegs. Und auch ich möchte wieder in diesen Bereich. Wir haben einen großen Showroom bei uns geschaffen mit Bühne, mit Lichtanlage, Instrumenten. Dort wollen wir Bands einladen, damit sie Rehearsals machen können. Mein Wunsch ist es, auch in den Bereich Backline einzusteigen. Hier habe ich schon einige Kontakte geknüpft.

Das klingt vielseitig! Sie bieten aber auch Schulungen an, richtig?

Ja, wir bieten Schulungen für Rigger an. Das ist die „SQQ2“-Schulung mit den Level 1-3. Inhouse bilden wir unsere Leute aus, sodass sie die Zertifikate haben, die sie im Messe-Rigging benötigen. Wir schulen auch die Motorentechnik, die ist super wichtig in unserer Branche. Dafür haben wir einen Top-Fachmann in der Firma.

„Wir sind Experten im Rigging – das ist unsere Spezialität.“

Auf Ihrer Website findet man ebenfalls eine Rubrik über eigene Patente …

Wir versuchen, die Rigging-Technik weiterzuentwickeln und überlegen uns, wie wir einfacher, schneller, sicherer und effizienter arbeiten können. Ein Patent, das wir innehaben, ist für unsere Lastverteilungstraverse. Hier ist die Lasttechnik, die dahinter steckt, das spannende. Man sieht fast in Echtzeit, wie viel die Last wiegt und ob sie eventuell zu schwer ist. Sollte das der Fall sein, bekommt man eine Benachrichtigung, etwa per SMS. 

Ist ein vielseitiges Portfolio in der Branche von Vorteil?

Vor knapp zwei Jahren haben wir mit meinen Impulsen angefangen, uns noch breiter aufzustellen. Was uns von anderen Unternehmen abhebt, ist, dass wir Experten im Rigging sind – das ist unsere Spezialität, die wir aus dem Effeff kennen. Ausgehend davon haben wir alle anderen Bereiche aufgebaut.

Wie schaffen Sie es, sich immer wieder individuell auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden einzustellen?

Durch unseren Standort auf der Messe Frankfurt bekommen wir die besten Einblicke, was die Messe für Ansprüche hat. Wir stehen täglich im Kontakt mit Kunden und Messeausstellern und erfahren, wo etwas schneller oder langsamer gehen muss. Wir haben unzählige Messen begleitet und bewegen uns direkt am Puls der Zeit.

… ein gutes Stichwort für das Thema Nachhaltigkeit. Wie stehen Sie dazu?

Das ist ein total wichtiges Thema, dem ich mich künftig noch stärker widmen möchte. Wir versuchen, in der Firma nachhaltige Themen umzusetzen und im Zuge des digitalen Wandels immer mehr etablieren zu können. Aktuell stellen wir unseren Mitarbeitern auf der Messe Computer zur Verfügung, sodass sie nicht alles auf Papier drucken müssen. Das heißt, sie verwenden Tablets und Computer, über die sie ihre Informationen einsehen können. Auch in Zukunft möchten wir auf das Ausdrucken großer Pläne verzichten und verwenden auf der Messe verstärkt Lasergeräte, die uns beim Einzeichnen bestimmter Punkte helfen.

„Wir haben viel vor!“

Sie erwähnten vorhin Ihren neuen Standort im Nahen Osten. Wie geht’s weiter?

Ich habe eine große Vision fürs Unternehmen. Ich möchte es international machen. Mir ist total bewusst, dass das nicht von heute auf morgen funktioniert. Aber mein Motto ist: think big! Mir ist es wichtig, in Deutschland Maßstäbe zu setzen und an mehreren Messestandorten tätig zu sein. Für das internationale Geschäft sehen meine Wünsche ähnlich aus. Ich habe Interesse am arabischen Markt. Dort arbeiten wir bereits im Bereich Architekturbeleuchtung und Festinstallation.

Wie konkret sehen diese Pläne aus?

Ich möchte in den nächsten drei bis fünf Jahren mindestens einen neuen Messestandort dazu gewonnen haben. Ich möchte bestehende Kunden, wie die Messe Frankfurt, halten und das Fundament unserer Firma mit alten und neuen Mitarbeitern stärken – und dann erschließe ich neue, internationale Märkte. Für Rigging Service wünsche ich mir, stark in der Gesamtveranstaltungstechnik zu sein – mit Licht, Ton, Video. Wenn sich das Business so weiterentwickelt, wie ich es plane, kann ich mir vorstellen, dass wir Ende 2020 unsere Mitarbeiterzahl von 50 auf 65 erhöhen. Ja, wir haben viel vor!

Rigging Service GmbH

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